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Wien

 
     
 

 
     
  1869-1896:  
     

1869:
Berufung nach Wien durch Vermittlung von Herbeck.
Im Spätsommer 1868 fand Bruckners Umzug nach Wien statt. Sein treuer Freund Weinwurm war ihm bei der Wohnungssuche behilflich. Mit seiner Schwester Nani zog er in eine Wohnung im 2. Stock Währingerstraße Nr. 41 ein. Er gab Theorie- und Orgelunterricht.

1869-1876:
Die II., III., IV. und V. Sinfonie entstanden.

1869:
Zur Einweihung der neuen Orgel in der Kathedrale von Nancy fand ein Orgelwettspiel statt. Der Erfolg war so groß, dass man Bruckner überredete, nach Paris zu kommen. So spielte er vor den gelehrtesten Musikern und großen Komponisten wie Saint Saen und Cesar Franck auf der Riesenorgel in Notre Dame. Man hatte Ähnliches früher nie gehört.
Für das Linzer Kirchweihfest schrieb Bruckner noch eine Einlage zur e -Moll- Messe- das "Locus iste". Anläßlich der Einweihung der Votivkapelle am 29. September 1869 fand die erfolgreiche Aufführung statt.

1870:
Am 16. Jänner 1870 stirbt seine Schwester Anna, die ihn immer in schwesterlicher Liebe umsorgt hatte.
Bruckner wird Ehrenbürger von Ansfelden.

1871:
In London wird die größte Orgel der Welt in der neu erbauten Albert Hall errichtet. Erster triumphaler Erfolg vor über 77 000 Leuten.

1872:
Am 16. Juni 1872 dirigiert Bruckner in der Augustinerkirche in Wien die f- Moll-Messe. Hellmesberger gratulierte mit den bedeutsamen Worten:
"Ich kenne nur diese Messe und die ´Solemnis´ von Beethoven."

1873:
Bruckner besucht Richard Wagner in Bayreuth und widmet ihm seine III. Symphonie. Wagner sagt:" Ihr Werk ist ein Meisterstück, und es ehrt und freut mich, dass sie es mir zugedacht haben."
Uraufführung der II. Symphonie unter seiner Leitung am 26. Oktober 1873 im großen Musikvereinssaal mit enthusiastischem Erfolg.

1875:
Am 18. November 1875 wurde Bruckner Lektor der Universität Wien. Das blieb er bis 1894, als er wegen schwerer gesundheitlicher Probleme den Unterricht einstellen musste.

1876:
Im August 1876 lud Wagner Bruckner zur Erstauführung von "Der Ring des Nibelungen" nach Bayreuth ein.

1877:
vollendete Bruckner seine V. Sinfonie, sein kontrapunktisches Meisterwerk.
Am 16. Dezember 1877 fand die Aufführung der III. Symphonie unter Bruckners Leitung statt und führte zu einem großen Misserfolg.

1979:
Bruckner vollendete das Streichquintett in F-Dur, das "Os justi" in lydischer Kirchentonart und die achtstimmige Motette "Christus factus est II".

1880:
Reise in die Schweiz, um den Montblanc sehen zu können.
Er spielte Orgel in den Kathedralen von Genf, Lausanne, Freiburg und Bern.

1881:
Am 20. Februar 1881 erreichte er über Vermittlung des "Akademischen Wagner-Vereines" die Uraufführung seiner IV. Symphonie unter Leitung von Hans Richter mit den Philharmonikern. Es wurde ein großer Erfolg.
Sein Freund brachte auch den "Germanenzug" in diesem Jahr zur Aufführung.

1883:
Aufführung der VI. Symphonie am 11. Februar 1883 mit großem Erfolg.

1885:
Aufführung der VII. Sinfonie unter Hermann Levi in München, die das Publikum und die Kritiker begeisterte.
Anfang Mai 1885 kam es zur Aufführung des "Te Deum" in Wien, allerdings unter dem traurigen Aspekt, dass zwei Klaviere die Orgel ersetzen mussten. Trotzdem wurde es mit Begeisterung aufgenommen.
Bruckner lernte in Klosterneuburg Hugo Wolf kennen. Dieser wurde ein glühender Verehrer.
Im Sommer großes Orgelkonzert in der Stiftskirche St. Florian.

1887:
entstand die IX. Sinfonie.
In Graz wurde die VII. Symphonie erstmals in Österreich aufgeführt, und zwar unter dem jungen Kapellmeister Dr. Karl Muck.

1888:
wurde mit der VI. Sinfonie erstmalig ein Werk von Anton Bruckner in Wien aufgeführt.

1890:
Am 31. Juli 1890 spielte Bruckner bei der Hochzeit der Kaisertochter Erzherzogin Marie Valerie mit Erzherzog Franz Salvator in Bad Ischl auf Wunsch der Braut die Orgel.
Immer wieder kehrte er nach St. Florian und Steyr in all den Jahren zurück.

1891:
wurde Bruckner Ehrendoktor der Philosophie an der Wiener Universität. Während des Festaktes gestand Rector Exner: "Wo die Wissenschaft halt machen muß, wo ihr unübersteigbare Schranken gesetzt sind, dort beginnt das Reich der Kunst, welche das auszudrücken vermag, was allem Wissen verschlossen bleibt. Ich, der Rektor magnificus der Wiener Universität, beuge mich vor dem ehemaligen Unterlehrer von Windhaag!"

1892:
VIII. Sinfonie unter Leitung von Hans Richter aufgeführt.
Er schrieb den "150. Psalm",ein Werk für gemischten Chor, Soli und Orchester, den er seine "allerbeste Festkantate" nannte.
Bruckner wurde schwer krank. Er hatte Wassersucht. Die IX. Sinfonie konnte er nicht vollenden, so dass an der Stelle des letzten Satzes meist das berühmte "Te Deum" gespielt wird.

1892-1896:
Schlechter Gesundheitszustand. Er musste seine Wohnung in der Hessgasse verlassen. Vom Kaiser wurde ihm bis zum Tod eine ebenerdige Wohnung im Seitentrakt des Schlosses Belvedere zur Verfügung gestellt.

Gruppenfoto vor dem Kustodenstöckl im Belvedere: von links nach rechts) Katharina Kachelmeier, Anton Bruckner,
Ignaz Bruckner, Prof. Dr. Schrötter, dahinter vermutlich Ludowika Kutschera, die Tochter Katharina Kachelmeiers.

1893:
wurde Helgoland am 8. Oktober 1893 unter Eduard Kremser anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums des "Wiener Männergesangsvereines" uraufgeführt.

1894:
wurde die V. Sinfonie unter Franz Schalk in Graz aufgeführt. Bruckner hörte sie Zeit seines Lebens nie. 
An der Universität hielt er seine letzte Vorlesung.

1896:
Tod Anton Bruckners am 11. Oktober 1896.

Gedenktafel am Kustodenstöckl im Belvedere


Im Namen seiner beiden Geschwister Rosalia und Ignaz wurde folgende Parte verteilt:
Vom tiefsten Schmerze gebeugt, geben die Unterzeichneten Nachricht vom Hinscheiden ihres innigstgeliebten Bruders, des Herrn Prof. Anton Bruckner
Ehren- Doctor der Philosophie der k. k. Universität in Wien, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Hoforganist, Mitglied der k. u. k. Hofmusik-Capelle, Lector für Harmonielehre und Contrapunkt an der Universität Wien, Ehrenbürger von Ansfelden und Linz etc. welcher am Sonntag, den 11. October 1896, um 4 Uhr Nachmittags, nach langem schmerzvollen Leiden und Empfang der heiligen Sterb-Sacramente im 73. Lebensjahre selig in dem Herrn entschlafen ist.
Die irdische Hülle des uns theueren Verblichenen wird Mittwoch den 14. d. M., um 3 Uhr Nachmittags, vom Trauerhause: III. Bezirk, Heugasse Nr.3, oberes Belvedere, in die Pfarrkirche zu St. Carl Borromäus überführt, daselbst feierlichst eingesegnet, worauf die Beisetzung in die Stiftskirche St. Florian in Oberösterreich nach nochmaliger Einsegnung und Requiem erfolgt.
Die heiligen Seelenmessen werden Donnerstag den 15. d. M. ,um 10 Uhr Vormittags, in obgenannter Pfarrkirche sowie in mehreren anderen Kirchen gelesen.

Wien, den 12. October 1896.

Rosalie Hueber, geb. Bruckner
als Schwester

Ignaz Bruckner
als Bruder.

Auf seinen Wunsch hin wurde er in der Krypta der Stiftskirche von St. Florian am 15. Oktober 1896 beigesetzt. Über seinem Sarkophag "wacht" die große Orgel der Kirche von St. Florian.