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St. Florian

 
     
 

    

 
     
  1837-1840:  
     
  Anton Bruckners Aufnahme in St. Florian war eine Schicksalsfügung von einzigartiger Bedeutung. Das Stift hatte damals noch kein Internat. Es waren gerade nur drei Sängerknaben zur Ausbildung.
Die Buben wurden in der Familie des Schulmeisters Michael Bogner außerhalb des Stiftes untergebracht und wie eigene Kinder betreut und gepflegt. Mutter Bogner war eine tüchtige und verständnisvolle Frau. Sie spürte Antons Verlassenheit und nahm sich seiner liebevoll und fürsorglich an.
Am 27.August 1837 trat Anton in die dritte Klasse der Volksschule ein.
Neben dem üblichen Schulunterricht wurde er in allen musikalischen Fächern gründlich unterwiesen. Lehrer Raab studierte mit den drei Sängerknaben die vom Chorregenten Eduard Kurz jeden Montag gebrachten Werke für den kommenden Sonntag ein.
Den Violinunterricht hatte er bei Franz Gruber, einem aus dem Wiener Konservatorium hervorgegangenen ausgezeichneten Geiger.
Klavier- und Orgelunterricht erteilte der Stiftsorganist und Gerichtsbedienstete Anton Kattinger.
Lehrer Michael Bogner unterwies die Knaben im Generalbaß.
Im Anschluß an die alte Musiktradition wurden durch die Chorregenten Traumihler, Deubler und Schäfler Messen, Antiphonen, Gradualien, Offertorien u.a. von Albrechtsberger, Joseph und Michael Haydn, Mozart, Schubert, Diabelli, Caldara, Stadler, Preindl und anderen bekannten Kirchenmusikern in der Zeit des jungen Bruckner im Stift aufgeführt. Es blieb die Zahl der Sängerknaben noch beschränkt. Erst viel später richtete man einen größeren Knabenchor ein.
Am 21. April 1839 konnte Bruckner die „Messe in F“ von Simon Sechter selbst singen. Drei Requien und 35 Messen hatte sein späterer Lehrer geschrieben
Der Vierzehnjährige „eroberte“ sich nach und nach die riesigen Stiftsanlagen und war von den „Katakomben“ unter der Stiftskirche besonders beeindruckt.
Im Sommer 1838 trat Anton aus der Schule und konnte sich nun ganz seiner geliebten Musik widmen. Vor allem dem Orgelspiel. Für seine Übungen diente ihm die „Sonntagsorgel“ auf der Evangelienseite.
Neben den technischen Übungen pflegte Anton schon die freie Improvisation, für die ihm das Spiel des wegen dieser Kunst berühmten Meisters Kattinger neben seinem Vetter Weiß Vorbild war.
Als Anton in seinem fünfzehnten Lebensjahr zu mutieren begann, wurde er als Geiger auf dem Chor verwendet. Gelegentlich übernahm er auf den Seitenorgeln Messen bei kleineren Ämtern.
Sooft es ihm möglich war, besuchte Anton seine Mutter und die Geschwister in Ebelsberg.
Des Jungen Wunsch war insgeheim, einmal Kapellmeister werden zu können. Anderseits wollte er so bald wie nur möglich Geld verdienen, um der Mutter finanzielle Hilfe angedeihen zu lassen. Die Mutter gab ihm den Rat, so wie der Großvater und Vater, Lehrer zu werden.
Der umsichtige Propst ließ nun Anton durch den Lehrer Georg Steinmayr für den Eintritt in die Präparandie in Linz vorbereiten. Am 1. Oktober 1838 legte er die Aufnahmsprüfung mit gutem Erfolg ab.