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Pollhammer vulgo Kammerer

 
     
 

 
     
 

    

    

    

    

 
 

 

 
 

 
     
 

Hausgeschichte des Kammerergutes in Nettingsdorf

Eine erste Aufzeichnung über das Kammerergut ist in der folgenden Urkunde aus dem Jahre 1612 zu finden

Kauf
Peter Mur zu Ansfelden anstatt seines Weibes Ursula, Georg Oberaigner zu Kurzenkirchen für sich selbst, Stephan Hauslberger in Ansfeldner Pfarr im Namen seines Weibs Susanna, Paul Kammerer zu Kamern die Herrschaft Gschwendt gehörig anstatt seines Weibes Margaretha, dann Barbara, Oswald, Hüßl (Matthias?) und Magdalena anstatt dieser vier geschwistriget geordnete Gerhaben Peter und Jörg Oberaigner, verkaufen ihr Erbsgebühr so sie auf dem Wiesenfleckl auf der oberen Au in St. Mareiner Pfarr gehörig gehabt, so zu dem Gotteshaus Ansfelden dienstbar und der Herrschaft Ebelsberg gevogt ist, mit aller Zugehör ihrem lieben Vettern Wolfen Mosbauern in Ansfeldner Pfarr um 60 Gulden
Als auch das Ackerl in dem Aichet in Ansfeldner Pfarre, so unter die Herrschaft Ebelsberg gehörig um 30 Gulden
Anleith und Abfahrt vom Wiesfleckl 6 Gulden
Davon gehört dem Gottshaus der halbe Teil 3 Gulden
Vom Ackerl Anleith und Abfahrt 3 Gulden

Testes (Zeugen)
Thomas Albauer, Amtmann zu Ansfelden und
Jörg Payr, Schulmeister daselbst.
Beschehen den 11. August 1612.

Paul Kammerer stimmte laut dieser Urkunde im Namen seiner Frau Margarethe zu, dass ein Wiesenfleckl und ein Ackerl, das ihr zusammen mit ihren Geschwistern als Erbschaft zugefallen war, an ihren Vetter Wolf Mosbauer verkauft wurde. Als Geschwister der Margaretha, verehelicht am Kammerergut, werden hier bekannt Ursula, die am Murengut verehelicht war, der Bruder Jörg Oberaigner in Kurzenkirchen, und Susanna, die Frau des Hauslberger.
Auffallend ist hier auch die Bezeichnung „Kammerer zu Kamern“. „Zu Kamern“ war also eine Ortsbezeichnung, die später nicht mehr aufscheint.

In den Weißenberger Gerichtsprotokollen ist die folgende „Klag des Hans Kammerer“ zu finden:
Klag
Den 6. Juny 1671. Hanns Kammerer
Gschwendtnerischer Untertan contra Georg Kellner, Schmied zu Nettingsdorf.
Belangter bezichtiget Klägern, er wolle seinen Buben ausrauben und den Schimmel wegnehmen, welches er als ein ehrlicher Mann nicht dulden kann, bittet um schuldige Abtrag. So sei auch Klägern ein „Prunn-Amper“ entfremdet worden, welchen Beklagter im Bach gefunden und .... verlangt... die Erstattung.

Antwort.
Kläger habe des beklagten Buben „angestandten“, als er in die Mühl geritten, dahero er dies Reden wider den Kläger ausgestossen. Den Brunnamper habe er in dem Bachtümpel gefunden, welcher gleich zusammen gefallen, es sei ihm leid, dass er nit besser....und dem Landgericht die Anzeige getan, habe sich eingebildet, weilen es eine gefundene Sache, er dürfte es behalten.

Bescheid
Der Beklagte solle erstens dem Kläger die angetane „Inzicht“ und ausgestossenen, ehrenrührigen Worte vermittels „Abgebet“ bei der Kanzlei benehmen.
Im anderen (zweitens) aber demselben dasjenige Eisen, so von dem Brunnamper noch zu haben oder vorhanden, wiederum zu Handen und zum Landgericht bringen, alswo sich Kläger um die Erfolglassung wieder anzumelden hat.
Umweilen aber drittens der Beklagte den Brunnamper nicht zum Landgericht gebracht, sondern denselben behalten und vertuscht, wird er zur Straf in die Schergenstuben geschafft.

Am 15. Februar 1689 schloß Kaspar Kammerer, Sohn des Johann und der Susanna Kammerer am Kammerergut, die Ehe mit Barbara Erndl ,Tochter des Johann und der Barbara Erndl vom Erndlgut.
Aus dieser Eintragung geht gesichert hervor, dass Johann und Susanna Kammerer, die im Mai 1652 geheiratet hatten, Besitzer vom Kammerergut geworden waren, da hier erstmals wieder der Zusatz zu finden ist „am Kammerergut“.

Am 27. Oktober 1706 wurde dem Ehepaar Kaspar und Barbara ein Simon getauft. Es fällt auf, dass im Taufbuch nun nicht von Kaspar und Barbara Kammerer die Rede ist, sondern von Kaspar und Barbara Platzl am Kammerergut. Es handelt sich zwar um dasselbe Ehepaar am Kammerergut wie bisher, doch besann man sich anscheinend jetzt auf den Familiennamen, Es geschah dies in jener Zeit bei Besitzenden vielfach, dass man sogar abwechselnd einmal den Familiennamen und ein anderesmal den Hausnamen eintrug. Da die Abstammungslinie am Kammerer bis daher durchgeht, muß es sich durchwegs bei den Besitzern vom Kammerer um den Familiennamen Platzl gehandelt haben.

Am 10. Juni 1744 starb Kaspar Platzl, Auszügler am Kammerergut,im Alter von 81 Jahren.
Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1743 hatte Kaspar das Kammerergut, das er bis zu seinem 80. Lebensjahr in seinem Besitz hielt, in jüngere Hände gegeben.

Aus dem Jahre 1906 berichtet ein Zeitungsausschnitt:
Ansfelden, 4. Februar (Leichenbegängnis)
Samstag, den 3. d. wurde Frau Klara Moosbauer, verwitwete Besitzerin des Kammerergutes in Nettingsdorf, zur geweihten Erde bestattet. Bei einem Falle über die Stiege hatte sie sich vor Jahresfrist am Hinterhaupte verletzt; einige Monate später trat eine teilweise Lähmung auf, woran sie 9 Monate zu leiden hatte. Sie stand im 69. Lebensjahre. Der Veteranenverein von Ansfelden und die freiwillige Feuerwehr Nettingsdorf ehrten sie durch korporative Teilnahme, letztere auch durch Niederlegung eines Kranzes; jahrelang war ja beim Kammerer die Feuerspritze untergebracht gewesen. R.I.P.

Am 13. Februar 1907 ging das Kammerergut an die Schwester der verstorbenen Klara Moosbauer, geb. Krug, über.die 1841 geboren, also 66 Jahre alt war.

Am 24. März 1915 wurde Karl Zeilinger, ein Sohn vom Platzlgut in Kremsdorf , Alleinbesitzer des Kammerergutes.

Am 7. Juni 1915 wurde Rosina ,geb.Hartl, zufolge Ehepaktes mit Karl Zeilinger Mitbesitzerin am Kammerergut. Am 22.Juni 1915 schlossen Karl Zeilinger, Sohn des Paul und der Juliane Zeilinger vom Platzlgut in Kremsdorf und Rosina Hartl, Tochter des Michael und der Rosina Hartl vom Mayrgut zu Erlau in Grünbrunn, Pfarre Niederneukirchen, die Ehe. Auch diese Ehe blieb kinderlos.

Ein Bruder des Karl Zeilinger, Leopold Zeilinger war Besitzer des Kochhubergutes in Hilbern 84, Pfarre Sierning geworden. Leopold hatte die Witwe Maria nach dem frühzeitigen Tod des Florian Pollhammer auf der Kochhub geheiratet. Die kinderlosen Besitzer des Kammerergutes adoptierten den am 1. Februar 1898 geborenen Sohn Heinrich Pollhammer aus der Ehe Florian und Maria Pollhammer vom Kochhubergute. Heinrich erhielt damit den Doppelnamen Pollhammer-Zeilinger. Er wurde am 1. Juni 1929 Besitznachfolger am Kammerergut.

Am 2. Juli 1929 schloß Heinrich Pollhammer-Zeilinger, Besitzer des Kammerergutes, die Ehe mit Maria Plass, Tochter des Johann und der Maria Plass vom Freudhofergut in Nettingsdorf. Maria war am 1.Juni 1929 bereits Mitbesitzerin geworden.

Heinrich Pollhammer-Zeilinger wurde am 12.Februar 1934 vom Kommunisten Buttinger im Zusammenhang mit der Februar-Revolte erschossen (nachzulesen in der Geschichte von Ansfelden in dieser Homepage).

Am 1. Februar 1938 schloß die Witwe und Besitzerin des Kammerergutes die Ehe mit Franz Sumersberger. Zufolge der Ehepakte vom 11.Jänner 1938 wurde dieser Mitbesitzer am Kammerergut.

Am 24. Oktober 1968 erfolgte die Einantwortung des Kammerergutes an Heinrich Pollhammer-Zeilinger, den Sohn des Heinrich und der Maria Pollhammer-Zeilinger.
Am 24. April 1974 wurde Heidemarie Pollhammer-Zeilinger Mitbesitzerin am Kammerergut.