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Neugründung des Brucknerbundes Ansfelden

 
     
 

Im Jahre 1950 wurde die Gründung einer neuen Ortsgruppe des Brucknerbundes von Pfarrer Johann Schück mit anderen Förderern dieser Idee (Franz Zabern und Matthias Lindenbauer) in Verbindung mit dem Brucknerbund für Oberösterreich beschlossen. Am 15. Oktober 1950 lud der Ausschuß dann zur Gründungsversammlung des Brucknerbundes Ansfelden ein. Bis zu dieser Versammlung wurden 100 Mitglieder geworben. Als Vorsitzender dieser Versammlung konnte der Obmann des Brucknerbundes für Oberösterreich Hofrat Dr. Hierzenberger als Referent begrüßt werden.
Zunächst wurde die Wahl der Leitung des neuen Vereines vorgenommen:

Obmann: Franz Zabern, Altbürgermeister
1. Obmannstellvertreter: Matthias Lindenbauer, Oberlehrer
2. Obmannstellvertreter: Karl Edlmair, Landwirt
Schriftführer: Rudolf Tichy, Lehrer
Kassier: Josef Steindl, Baumeister
Kassier-Stellvertreter: Helene Holzner

Am 31. Mai 1951 genehmigte die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich den „Zweigverein Brucknerbund Ansfelden“

Der Brucknerbund Ansfelden übernahm wieder die Pflege der Bruckner-Gedächtnisstätten und führte verschiedene Aktivitäten, wie Feiern zum Geburts- oder Todestag Bruckners mit Einbeziehung des Kirchenchores von Ansfelden durch.

Am 21. Mai 1955 richtete man an den Obmann des Brucknerbundes für Oberösterreich ein Gesuch um Mithilfe bei der Ausgestaltung des Bruckner-Gedächtniszimmers mit stilechtem Mobiliar sowie um Finanzierungshilfe seitens der Kulturabteilung des Landes. Der Brucknerbund Ansfelden bemühte sich ja erfolglos darum, zu jenem Mobiliar zu kommen, das der Familie Bruckner im einstigen Schulhause Ansfelden zur Verfügung stand. Ein einziges noch sicher aus jener Zeit stammendes Möbelstück ist in privaten Händen in Ansfelden. Dem Brucknerbund gelang es nicht, dieses Stück zu erwerben. Ein Bauer hatte diesen Kasten schon Anton Bruckners Vater abgekauft, als sich dieser in argen finanziellen Nöten, einem chronischen Zustand der damaligen Mesner-Schulmeister, befand. Mit der Ausgestaltung wurde der Leiter der volkskundlichen Abteilung des Oberösterreichischen Landesmuseums Dr. Lipp befasst. Auch er konnte keine andere Lösung anbieten, als „einen richtigen bäuerlichen Raum zu schaffen, der allerdings mit Bruckner so gut wie gar keine Beziehung hat“, wie er selber schreibt.

Im Spätherbst 1962 wurde die Außenrenovierung des Bruckner-Geburtshauses durchgeführt. Die Bestreitung der Kosten brachte einige Probleme zwischen Pfarre, Gemeinde und Brucknerbund, da das Haus nach wie vor zur Pfarre bzw. mit Pfarrhof und Kirche zum Stift St. Florian gehörte. Ein weiteres Problem bereitete das auf Pfarrhofgrund stehende Bruckner-Denkmal. Die Gründe um dieses Denkmal wurden parzelliert und an Bauwerber verkauft. Auf einer dieser Parzellen stand das Denkmal. Über Betreiben von Pfarrer Karl Geiß wurde ein neuer Bebauungsplan erarbeitet und die Grundfläche, auf der das Denkmal steht, in das öffentliche Gut übergeben.

Der Verein stellte ein Ersuchen an die Landesregierung, die Straße Ansfelden-St. Florian staubfrei zu machen, zumal sie sich in sehr schlechtem Zustand befand und ein Großteil der Besucher der Bruckner-Gedenkstätten aus dem Ausland diese Straße benützte, leider ohne Erfolg.

Für die Ortsgruppe war es bedrückend, nicht jene Mittel und Möglichkeiten zu besitzen, um das Geburtshaus Bruckners der Größe des Meisters und den Erwartungen der Besucher entsprechend zu gestalten. So wäre es wünschenswert, wenn das Geburtshaus unseres großen Meisters in den Besitz und in die Betreuung des Landes Oberösterreich übernommen werden würde.1967 kam es zu einem Abschluß des Kaufvertrages zwischen dem Land Oberösterreich und dem Stift St. Florian. Damit ging das Geburtshaus Anton Bruckners in den Besitz des Landes Oberösterreich über.

Bei der Hauptversammlung des Brucknerbundes für Oberösterreich, an der Lehrer Hermann Holzner als Delegierter teilnahm, wurde bekanntgegeben, dass der Umbau des Geburtshauses am 11.10.1971 abgeschlossen sein soll. Die Ausgestaltung des Brucknerhauses als Museum:

Ein Raum für die Tätigkeit Bruckners als Lehrer, eine alte Florianer Bauernstube, und ein Raum auf das Wirken Bruckners als Musiker. Die Zufahrt zum Brucknerhaus wird ausgebaut.

Am 17. Oktober 1971 wurde die feierliche Eröffnung der neugestalteten Bruckner-Gedenkstätte in der alten Volksschule Ansfelden, dem Geburtshause Anton Bruckners, durchgeführt. Nach dem Festgottesdienst fand im barocken Pfarrsaal ein Festakt mit musikalischer Umrahmung statt, bei dem Univ. Prof. Dr. Leopold Nowak die Festansprache hielt. Er führte u. a. aus: Wir ,die wir heute dem Schicksal Anton Bruckners im Geiste nachschauen, wir müssen gestehen, dass es eine sehr enge Kinderstube war, in der er aufwuchs, und noch dazu eine, die nicht mit Reichtümern gesegnet war, wie man so sagt. Als Entschädigung dafür trug dieser Knabe, er allein aus dem Geschlechte der Bruckner, das Himmelsgeschenk der Musik in sich. Für den Vater muß es einer der beglückendsten Tage gewesen sein, als er gewahr wurde, dass sein Ältester ´musikalisch´ sei. Von ihm selbst wird berichtet, dass er ein eifriger Musiker auf der Geige, auf der Orgel, dem Spinett, im Gesang war, und so hatte Toni reichlich Gelegenheit, seiner ´inneren´ Stimme zu folgen.

Inmitten der häuslichen Enge und dem Fron des Lehrerdaseins taten sich für den Vater nun Tage voll glückhaften Erkennens auf; der Tag, an dem er zum erstenmal entdeckte, dass Toni ein richtiges Gehör besaß, der Tag, an dem das Kind zum erstenmal tongerecht seine Kindergeige zum Erklingen brachte, als er zum erstenmal die Tasten des Spinetts bewegte, als er - das war in seinem 11. Lebensjahr - zum erstenmal an der Orgel saß und sie, deren Meister er einmal sein sollte, sich ihm fügte, weil er sie mit rechten Griffen anpackte.

Waren das nicht glückerfüllte Tage für die Eltern? In all den Mühen und Sorgen des kleinen, lästigen Tagewerks zeigte ihnen ihr Ältester einen Schimmer von Gnade, von Talent. Vater Bruckner hatte die richtige Einsicht, wenn er sich entschloß, Toni 1835 einem seiner Verwandten zur musikalischen Weiterbildung zu geben.

Über Antrag des Brucknerbundes Ansfelden, den Ort stärker als bisher als Brucknerort hervorzuheben, hat die Gemeinde Ansfelden Hinweisschilder zum Geburtshaus, Begrüßungstafeln, sowie Fahnenstangen bei den Ortseinfahrten aufstellen lassen.

Das Brucknerhaus wurde neben vielen unbekannten Brucknerverehrern aus der ganzen Welt auch von prominenten Persönlichkeiten aus dem kulturellen und politischen Leben besucht.

In der Jahreshauptversammlung am 4.November 1976 wurde der bisherige Obmann-Stellvertreter, OSR Matthias Lindenbauer, zum Obmann gewählt. Franz Zabern, der bisherige Obmann, wurde zum Ehrenobmann ernannt.

Ansfelden stand am 4. September 1977 im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das Landesstudio Oberösterreich des österreichischen Rundfunks versuchte an diesem Tage ein Experiment, das in dieser Konsequenz und unter diesem Aspekt zum erstenmal in der Rundfunkgeschichte durchgeführt wurde. Am 4.September 1977 stand der Rundfunk von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr im Zeichen Anton Bruckners unter dem Motto “Radio Bruckner“. Und die Gemeinde Ansfelden war live dabei.

Die Fuji-Bank aus Tokio richtete Ende März 1978 an die Bruckner-Gedenkstätte Ansfelden ein Schreiben mit 17 Fragen bezüglich des Bruckner-Geburtshauses. Der Obmann Matthias Lindenbauer schickte Material für eine Werbung nach Tokio. In einem von der Bank herausgegebenen Werbekatalog erschien eine ganze Seite Werbung für das Brucknermuseum in Ansfelden. Es kommen alljährlich überdurchschnittlich viele Besucher aus Japan ins Brucknermuseum, und sie stellen Fragen über Bruckner, die einen erstaunen lassen, so gut sind sie informiert.

Der Brucknerbund richtete 1980 das Ersuchen an die Gemeinde, bei einer zukünftigen Neubenennung einer Straße in Ansfelden dieser den Namen „Alois-Holzer-Straße“ zu geben. Alois Holzer (1898-1955) war, wie schon erwähnt, der Gründer des Grabschutzbundes und der Initiator für das Brucknerdenkmal.

Am 10. Dezember 1984 wurde Volksschuldirektor Hermann Holzner als neuer Obmann des Brucknerbundes Ansfelden gewählt. Matthias Lindenbauer, der als Obmann altershalber zurücktrat, war seit den Anfängen des Ansfeldner Brucknerbundes in vorderster Reihe tätig, er setzte viele Initiativen und ein Großteil des Schriftverkehrs trägt im wahrsten Sinne des Wortes durch Jahrzehnte seine Züge. Vom neuen Vorstand wurde er seiner großen Verdienste wegen zum Ehrenobmann ernannt.

Die Ansfeldner Kulturvereinigungen Brucknerbund Ansfelden, Kirchenchor Ansfelden und Singkreis Ansfelden bemühten sich bei der Gemeinde Ansfelden um den Ankauf eines Pianinos. Da der Brucknerbund nicht mehr für das Brucknermuseum im Brucknerhaus zuständig war, widmete er sich nunmehr der Veranstaltungstätigkeit. So fanden Konzerte der Singvereinigung „Linzer Mädchenchor“, “Tassilo-Quartett“, “Jeunesse-Orchester“ und anderer statt, bei denen im besonderen klassische Musik, auch von Anton Bruckner zu hören war.

Der stellvertretende Obmann Oskar Feldtänzer und seine Frau machten sich besonders in der Zeit der Landesausstellung „Welt des Barock“ in St. Florian 1986 verdient um die Führungen in der Bruckner–Gedenkstätte, die während der Zeit der Ausstellung ganztägig geöffnet war. Ein Teil der Besucher der Landesausstellung fand auch den Weg nach Ansfelden in das Geburtshaus Anton Bruckners. Prominentester Besucher war der berühmte Dirigent Riccardo Muti.