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Linz

 
     
 

 
 

Hofgasse, rechts der Eingang zur damaligen Präparandie

 
     
  1840-1841:  
     
  In der Pfarrgasse 11, im Hause des Gemischtwarenhändlers Adolf Hofmann, hatte Bruckner ein günstiges Quartier bekommen.
Die Präparandie, die er nun besuchte, war in der zum Schloß aufsteigenden Hofgasse 82.
 
     
  Der Kurs in Linz dauerte ein Schuljahr, also 10 Monate. Die Ausbildung war gründlich.
Dafür sorgte der von Bruckner zuerst gefürchtete und später hochgeschätzte Direktor Johann Nepomuk Pauspertl von Drachenthal (1796-1864), der nach seiner Priestertätigkeit in einigen Pfarren Oberösterreichs von 1835 bis 1844 Direktor der Linzer Normal-Hauptschule und der angeschlossenen Präparandie war.
Die Hauptgegenstände an der Präparandie waren die methodische Umsetzung für Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprachlehre und Geographie, kennenzulernen und zu erproben.
Gesondert wurde großer Wert auf den Unterricht in Gesang, Harmonielehre, Generalbaß und Orgelspiel gelegt, einem Unterricht, der neben der Schule auch für den Dienst in den Ortskirchen bestimmt war. Den Musikunterricht erteilte Johann August Dürrnberger. Sein „Elementarbuch der Harmonie- und Generalbasslehre“ erschien 1841 in Linz. Bruckner studierte es gründlich und verwendete es auch später in Wien in seinem Unterricht. Er selbst sagte: „Das Buch hat aus mir das gemacht, was ich bin“.
Das noch vorhandene Schulexemplar ist voll mit Anmerkungen und Fragen an den Autor.
Anton Bruckner hat seinem Lehrer zeitlebens treue Anhänglichkeit bewahrt. Er besuchte Dürrnberger in Linz und Steyr und betonte wiederholt, dass er ihm die Grundlage des Musikwissens zu danken habe.
Johann Dürrnberger leistete seine Arbeit an der Präparandie nicht nur die Jahrzehnte hindurch unentgeltlich, er stellte auf eigene Kosten die nötigen Instrumente bei, in deren Handhabung er die Kandidaten unterwies.
In der Minoritenkirche, neben dem Landhaus, führte er Messen von Joseph Haydn und W.A.Mozart auf. Bruckner spielte dort auch deutsche Schulmessen von Michael Haydn und Franz Schubert und übernahm manchmal schon den schweren Orgelpart bei Hochämtern. So wurde er immer mehr mit den großen kirchenmusikalischen Werken der Wiener Klassik vertraut.
In dieser Linzer Zeit schrieb der wissbegierige Student Johann Sebastian Bachs „Die Kunst der Fuge“ und eine Anzahl von Musikbeispielen Albrechtsbergers, Joseph Haydns und anderer Meister fein säuberlich ab.
Die Konzerte des „Linzer Musikvereins“ unter Karl Zappe (1812-1871) besuchte er eifrig. Beethovens IV. Symphonie und die Ouvertüren Carl Maria von Webers wurden für ihn zum großen Erlebnis.
Die Schlußprüfung an der Präparandie war am 16. August 1841. Lachend erzählte der alte Meister , dass er im Zeugnis neun „Sehr gut“ errungen habe, was unerhört war, denn vom gestrengen Direktor her hat dort jeder einmal durchfallen müssen.
Dem Zeugnis ist zu entnehmen, dass der „Candidat sehr fleißig dem Unterricht beigewohnt und sich in den Sitten sehr gut verhalten habe“.
Das Zertifikat erklärte ihn als „Gehülfe für Trivialschulen“ geeignet.
Die Mutter Bruckners war froh und stolz über das kurze Studium ihres Sohnes. Ihre letzten Ersparnisse hatte sie dafür hergeben müssen.
Das zuständige Schulamt wies mit dem Einverständnis des Propstes von St. Florian dem jungen Hilfslehrer die Schule Windhaag bei Freistadt im oberen Mühlviertel zu, einer dem Stift St. Florian inkorporierten Pfarre.