Übersicht  Erste Funde Bronzezeit Hallstattzeit Römerzeit

 
 

Erste urkundl. Erwähnung Herrschaftssitze Feb.1934 2.Weltkrieg Hochwasser 02

 
 

Hochwasser in Ansfelden Aug. 2002

 
     
 

 
     
 

Chronologie der Geschehnisse:

 
 

 

 
  Montag, 12. August 2002

Gegen Mittag erste Wasseraustritte in der Weissenberger Straße durch die steigende Krems; die Weissenberger Straße mußte darauf gesperrt werden; Überflutung von Kellern in Kremsdorf, im Bereich der Bahnhofstraße durch die starken Regenfälle und einem vorübergehendem Ausfall des Pumpwerkes in der Ritzelhofstraße.

Um ca. 14.00 Uhr Dammbruch oberhalb der Autobahn-Unterführung in der Nestroystraße und weiterer rascher Anstieg des Krems Flusses. Die Folge war eine Überflutung des Bereiches zwischen Ritzelhofstraße und Autobahn, wodurch die Bewohner der Redersiedlung evakuiert und im Anton Bruckner Centrum untergebracht wurden. Im Anton Bruckner Centrum wurde dazu ein Sammellager eingerichtet.

Wegen massivem Grundwassereintritt wurde die Unterführung Ritzelhofstraße unter der ÖBB-Linie geflutet.

Am späten Nachmittag erste Überschwemmungen im Bereich Baumarkt Hornbach - rasche Ausweitung zu Überflutung der Westautobahn. Sperre der Autobahn in Fahrtrichtung Wien, später komlette Sperre der Westautobahn. Starke Behinderung bzw. zusammenbruch der örtlichen Verkehrsbeziehungen.

Die Flut überschwemmte im Stadtteil Ansfelden weite Bereiche von Laa bis Freindorf. Dadurch war Ansfelden ausschließlich über die Traunufer Straße erreichbar.

Als Folge der Überschwemmung der Autobahn im Bereich Baumarkt Hornbach, sowie in den Bereichen Bekleidungsmarkt Adler und Knoten Linz wurde in der Nacht praktisch ganz Audorf und Freindorf überflutet. Alle Verbindungen zwischen dem Stadtteilen Haid, Ansfelden, Audorf und Freindorf waren somit unpassierbar.

Starke Strömungen beeinträchtigten die Menschenbergung in Freindorf ungemein.

130 MitbürgerInnen mußten unumgänglich in den rasch eingerichteten Notunterkünften im ABC, Kindergarten Ansfelden, Volksschule Haid und Bauhof untergebracht werden. Entschärfung der Probleme bezüglich der Unterbringung mauch durch mustergültige Nachbarschaftshilfe und die Bereitschaft der Verwandten. Weiters bot das Bundesheer die Aufnahme von 50 Personen in der Kaserne in Ebelsberg an.

Dienstag, 13. August 2002

Am Vormittag war nach Rückgang des Wasserstandes der Krems von 1,5 m bereits eine Entlastung zu erwarten. 3 Stunden später konnte ein weiteres Absinken von ca. 30 cm registriert werden.

Die Autobahnauffahrt Ansfelden Richtung Salzburg konnte ebenfalls am Vormittag wieder geöffnet werden und die Sperren der Nettingsdorfer Straße, Ansfeldner Straße, Haider Straße, Nestroystraße, Laaher Straße, Bauernstraße und Waldmüllerstraße konnten aufgehoben werden.

Gegen Mittag wurde die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt.

Durch das langsame Sinken des Wasserstandes im Bereich Laahfeld/Redersiedlung war die Situation dort weiterhin dramatisch - 1 bis 1,5 m Wasserstand in den Erdgeschoßen.

Durch großzügige Kleiderspenden der Bevölkerung konnten die im ABC einquartierten Personen gegen 19:30 Uhr ausreichen mit Kleidung versorgt werden.

Oberflächenwasser bedrohte nach wie vor die Gartensiedlung als letzten Problempunkt in Haid.

Mit der Flußbauleitung wurde am Abend des 2. Tages der Flutkatastrophe ein Durchstich im Bereich Autobahnunterführung Nestroystraße hergestellt. Dieser soll eine Entlastung der noch immer unter Wasser stehenden Redersiedlung bringen.

Ebenfalls am Abend war die A1 in Fahrtrichtung Salzburg wieder normal befahrbar.

Mittwoch, 14. August 2002

Generelle Entspannung der Hochwasserlage, das wahre Ausmaß der Schäden tritt zu Tage. Am frühen Vormittag konnte der untere Teich in der Nestroystraße entleert werden, es gibt aber kaum einen Zufluß zur Krems. Das Laahfeld ist fast leer, die Redersiedlung begehber. Der Friedhof ist wieder frei, Arbeiten sind möglich. Ebenfalls frei von Wasser: Im Thalland, die Fürststraße, die FF Freindorf, Fa. Adler. Es wird fieberhaft daran gearbeitet die Schäden zu beseitigen, den Sperrmüll zu entsorgen und die Ölverschmutzung (durch geborstene Öltanks) zu entfernen. Das Bundesheer stellt Hilfskräfte zur Verfügung.

 
     
  Quelle: Gemeindenachrichten Nr. 377/Aug. 2002  
     
   
     
  Weg mit dem Dreck

Auf Hochtouren laufen die Aufräumarbeiten im Überschwemmungsgebiet neben der Westautobahn (A 1) in Ansfelden. Tonnen von Hackschnitzel müssen weggeschaufelt werden. Das Heizmaterial war von der überfluteten Papierfabrik in Nettingsdorf bis ins Ansfeldner Zentrum geschwemmt worden. Daneben hatten die Mitarbeiter des Bauhofes und der Feuerwehren alle Hände voll zu tun, die rund 80 überschwemmten Wohnhäuser in der Laahberg- und der Redersiedlung nach und nach trocken zu legen. Die Verzweiflung der Hausbesitzer ist groß. "Wir haben ohnehin noch Schulden vom Hausbau", erzählt Michaela Winklbauer, eine der Betroffenen. "Und jetzt kommen wahrscheinlich noch einmal Schulden dazu." Etliche der beschädigten Häuser sind erst vor ein paar Jahren bezogen worden, manche stehen noch im Rohbau.
 
     
  Quelle: OÖN v. 16. 8.2002  
     
     
  1000 Häuser betroffen

20 Prozent des Stadtgebiets von Ansfelden waren überschwemmt, 1000 Gebäude wurden zum Teil schwer in Mitleidenschaft gezogen. In der Stadt waren bis zum Wochenende 1000 Helfer im Einsatz. Die Gemeinde richtete für Hochwasseropfer ein Notquartier im Anton Bruckner Centrum ein, Gewerbebetriebe und Gastronomen versorgten die Opfer mit Nahrungsmitteln und Essen. Trotz der tatkräftigen Hilfe wird es voraussichtlich Monate dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Am Stadtamt Ansfelden erhalten Hochwasseropfer mit Hauptwohnsitz Ansfelden Soforthilfe 400 Euro je überfluteten Keller und 800 Euro pro überfluteter Wohnung bzw. für jedes überflutete Wohngeschoß. Im Anton Bruckner Centrum werden Hilfsgüter verteilt. Anfragen wegen Hilfsgütern können an die Telefonnummer 07229/840 Durchwahl 441 und 533 gerichtet werden.

 
     
  Quelle: OÖN v. 19. 8.2002  
     
     
  Dreimal so viel Müll wie in einem Jahr

3500 Tonnen Müll wurden bisher in Ansfelden aus hochwassergeschädigten Häusern entsorgt. "Diese Menge wird sich voraussichtlich verdoppeln. Das ist dann die dreifache Müllmenge, die sonst pro Jahr bei uns anfällt", sagt Ansfeldens Bürgermeister Walter Ernhard (SP). In der Stadt am Rande von Linz sind neben der Papierfabrik Nettingsdorf vor allem Audorf und Freindorf betroffen. "Der bei uns durch das Hochwasser angerichtete Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 36 Millionen Euro bzw. 500 Millionen Schilling", sagt Bürgermeister Ernhard.

Dringend sucht Ansfelden nun Sachverständige für den Wiederaufbau. "Unser Stadtamt hat diese Kapazitäten nicht. Darum suchen wir Profis zur Beratung für Wiederaufbau und Renovierung", so Ernhard. Interessenten für solche Tätigkeit sollen sich beim Ansfeldner Stadtbaudirektor Hans Minichmayr am Stadtamt unter der Telefonnummer 0 72 29 /840/440 melden. Für die Wiederaufbauberatung wird die Stadt im Anton-Bruckner-Centrum eine Servicestelle einrichten.

 
     
  Quelle: OÖN v. 20. 8.2002  
     
     
 

Karte der Überschwemmungsgebiete

 
     
     
 

Weitere Artikel zum Thema Hochwasser in Ansfelden finden Sie im Archiv der Oberösterreichischen Nachrichten!