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Der Zweite Weltkrieg

 
     
 

Hart genug wurde die Bevölkerung im ersten Weltkrieg durch den Verlust an Gefallenen, Vermissten und Verwundeten sowie durch die verschiedensten Entbehrungen getroffen. Ein zweiter Weltkrieg sollte noch Ärgeres auch über Ansfelden bringen.

Schon kurz nachdem der Nationalsozialismus in Österreich die Macht übernommen hatte, ist es vielen deutlich geworden, was bevorsteht. Zwei Monate später, am 15.Mai 1938, mussten schon die Jahrgänge 1906 und 1907 zur Musterung.

Außer diesen Kriegsvorbereitungen ging der Nationalsozialismus in Österreich sogleich daran, das kirchliche Vereinsleben zu beseitigen und den kirchlichen Einfluss in den Schulen zurückzudrängen. Die Religionsstunde in den Schulen wurde auf die letzte Unterrichtsstunde verlegt.

Der nationalsozialistischen Säuberungswelle musste auch der Ansfeldner Gemeindearzt Dr. Otto Atzwanger weichen. Politisch untragbar, offiziell aus Krankheitsgründen trat er in den Ruhestand.

Nationalsozialistische „Säuberungen“ betrafen in Ansfelden auch ein paar Juden, die hier Besitz hatten. Einer der Juden  hieß Mahler, der Besitzer des Amtmannhofes in Weißenberg Nr. 3.Mahler musste seinen Besitz ohne Entschädigung aufgeben, nur weil er Jude war. Der Besitz ging zunächst an die Hermann-Göring-Werke in Linz und dann an einen Bauern. Mahler starb im Lager Dachau. Das Haus Ansfelden Nr. 15 (heute Himmelreichstraße 3) gehörte dem jüdischen Ehepaar Oskar und Dora Ehrlich. Auch diesen Besitz übertrugen die nationalsozialistischen Parteistellen an einen Fabriksarbeiter.

Aber nicht nur eine Unduldsamkeit gegen Juden und Menschen anderer Gesinnung wurde geschürt, es trommelte die nationalsozialistische Propagandawelle gegen alle  „Unterdrückung des Deutschtums“ in den Nachbarländern. Am 26. September 1938 verkündete Adolf Hitler, „dass er so oder so die Leiden der Sudetendeutschen lösen werde.“ Die Westmächte anerkannten am 29. September in einer Konferenz in München diesen Schritt, und somit marschierten deutsche Truppen kampflos in die deutschen Randgebiete ein.

Am 13. März 1939 stellte sich die Rest-Tschechoslowakei „unter den Schutz des Deutschen Reiches“.

Am 29. März 1939 kehrte das Memelgebiet „heim ins Reich“.

 
     
     
 

Der Zweite Weltkrieg beginnt

 
     
 

Am 26. August 1939 erfolgten die ersten großen Einberufungen, die in Ansfelden durch Boten zugestellt wurden.

Am 1. September 1939 gab Hitler den Befehl zum Einmarsch in Polen. Damit kam es am 3. September zum Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien und Frankreich. Der Zweite Weltkrieg war entfacht, wenn auch dieser erste Feldzug Ende September zu Ende war. Für Ansfelden gab es von den etwa 200 Eingerückten noch keinen Gefallenen, nur einen Leichtverletzten.

8 Pferde aus Ansfelden waren eingezogen worden. Die Pferde wurde um 1 500 Reichsmark abgelöst.

Mit Kriegsausbruch begann sogleich die Rationierung der lebenswichtigen Güter. Die Ausgabe der Lebensmittelkarten erfolgte monatlich in der Volksschule Ansfelden und im Gefolgschaftsraum der Nettingsdorfer Papierfabrik. Fett und Fleisch gab es spärlich. Spinnwaren und Schuhe waren bezugsscheinpflichtig. Aber nur, wenn man eine Dringlichkeit nachweisen konnte, bekam man einen Bezugsschein.

Die Ansfeldner Landwirte mussten im Herbst 1939 für die Armee abliefern: 
40 000 kg Kartoffeln, 200 000 kg Heu und 60 000 kg Hafer.

Mit 1. November 1939 wurde die Kleiderkarte eingeführt.

Von Kriegsbeginn an mussten beleuchtete Räume nachts verdunkelt werden, um einfliegenden Flugzeugen keine Anhaltspunkte zu geben. Wer die Vorschriften nicht beachtete, wurde bestraft. Für jedes Haus wurde ein Luftschutzwart bestellt.

Im Frühjahr 1940 wurde im ganzen Reichsgebiet eine Metallsammlung durchgeführt Gesammelt wurden Zinn, Blei, Kupfer und Edelmetalle. In Ansfelden wurden 6 000 kg gesammelt und mit Lastwagen zum Bahnhof Traun gebracht.

1940 waren 250 bis 300 Ansfeldner eingerückt. Am 20. Juli 1940 trafen 80 kriegsgefangene Franzosen für die Bauern und 35 Franzosen für den Fabriksbetrieb Nettingsdorf ein. Jene, die für die bäuerliche Arbeit eingeteilt waren, wurden in Gruppen unter Bewachung im Herrenstöckl in Freindorf, beim Brandstetter in Fleckendorf, beim Freidhofer und in der Ackerbauschule Ritzlhof untergebracht.

Am 29. Juli 1940 ging hinter dem „Waldbrunnerhäusl“ bei einer Notlandung ein schwerer Bomber in Trümmer. Er hatte vier Mann Besatzung an Bord, einer starb bei der Einlieferung ins Krankenhaus.

Am 22. August 1940 kamen in das RAB–Lager (Reichs-Autobahn-Lager) Ansfelden 320 Franzosen. Sie wurden zu Erdarbeiten bei der Reichsautobahn eingesetzt. Das Verhalten und der Fleiß dieser Gefangenen sind sehr positiv in den Chroniken vermerkt.

Die Heereslieferungen der Bauern von Ansfelden im Jahre 1940 betrugen: 145.000 kg Kartoffeln, 250.000 kg Stroh, 175.000 kg Hafer, 17.000 kg Gerste und 150.000 kg Heu.

Ab September 1941 konnten die Franzosen in der Freizeit ohne Bewachung spazieren gehen und genossen auch sonst manche Freiheiten, wie sie kaum Kriegsgefangenen  zuteil wurden. Sie wurden auch als gute Arbeiter bezeichnet.

Am 22. Juni 1941 begann Deutschland den Krieg gegen die Sowjetunion.

Am 30. Oktober 1941 war um Mitternacht in Ansfelden der erste Luftalarm.

In der Osterwoche 1943 kam eine Flakabteilung (Fliegerabwehrkanonen) und errichtete einen Flakstand und 12 Holzbaracken bei der Scharmühle. Es war die dritte Fliegerabwehrstellung in Ansfelden. Seit 1941 bestand eine Flakstellung auf der Anhöhe südöstlich vom Fürhappergut in Fürhappen, eine zweite auf der Anhöhe zwischen Fleckendorf und Mickstetten.

Am 2. Juli 1943 kamen am Bahnhof Ansfelden 1500 Flüchtlinge aus luftgefährdeten Gebieten Deutschlands, besonders aus Krefeld, an. Das bisherige Arbeitslager in Haid wurde als Auffanglager für solche Flüchtlinge bestimmt. Nach einigen Tagen wurden diese Flüchtlinge auf einzelne Gemeinden von Oberösterreich, damals Oberdonau, aufgeteilt.

Im Monat Oktober 1943  trafen an die 5.000 italienische Kriegsgefangene im Lager Haid ein.

Die Flakabteilung bei der Scharmühle wurde Anfang November 1943 ganz aufgelassen. Die zwölf Baracken wurden abgebrochen und abtransportiert. Nur etwa 10 kleine Erdbunker blieben erhalten, die als Unterstand bei Fliegerangriffen dienten.

Am 27. Juli 1944 erfolgte ein Luftangriff auf Linz. Dabei fielen in der Nähe von Ansfelden, bei Audorf, 6 Bomben. Es dürfte sich um einen Notabwurf gehandelt haben. 6 große Trichter auf freiem Feld und die zerstörte Lell-Wehr waren die Folge.

In der völlig aussichtslos gewordenen Kriegslage wurde der sogenannte „Volkssturm“ aufgestellt. Alle Männer bis zum 60. Lebensjahr mussten sich dazu stellen, dazu noch alle männlichen Jugendlichen, die 16 Jahre alt waren.

Am 17. Februar 1945 fielen im Gemeindegebiet Ansfelden schwere Bomben auf ein freies Feld. Auch im Ort Ansfelden fiel eine Bombe mitten in den Hof des „Birsergutes“. Die Leute hatten sich beim Alarm in den Keller geflüchtet, sie konnten aber den Keller gerade noch verlassen, bevor eine Mauer einstürzte. Eine Bombe schlug in der Nähe der Schule am Weg zum Friedhof ein. Viele Bombentrichter gab es auf den Feldern. In Freindorf  wurde das Lasthoferhaus Nr.30 von einer Bombe getroffen und vollkommen zerstört. Es wurden dabei getötet: Maria Lasthofer, deren Tochter Karoline, deren dreijähriges Kind Monika, Klara Komper und deren ebenfalls dreijähriges Kind Hedwig. Sie kamen alle im Keller des Hauses ums Leben. In Vordermayrberg wurden die zwei Bauernhäuser „Traunfellner“ und „Flödlmayr“ von mehreren Bomben getroffen. Die Bäuerin Maria Hamberger wurde vom Bombentod ereilt.

Am 17. und am 27. April 1945  zogen Tausende KZler, erschöpft und halb verhungert, aus Konzentrationslagern kommend, durch Ansfelden gegen Pucking, streng bewacht von SS-Soldaten. Es handelte sich besonders um Juden. Wer von den Häftlingen nicht mehr nachkommen konnte oder die Straße verließ, wurde rücksichtslos niedergeschossen. Es wurde beobachtet, dass von den Juden, die durchgetrieben wurden, sogar Grasbüschel ausgerissen und gegessen wurden.

In den ersten Maitagen 1945 näherten sich der Donau entlang der Stadt Linz amerikanische Truppen. In der Nacht von Donnerstag, dem 3., auf Freitag, dem 4. Mai, sprach im Rundfunk zum letzten Mal Gauleiter Eigruber und verabschiedete sich.

 
     
     
 

Das Kriegsende und die Nachwehen

 
     
 

Am 5. Mai 1945 waren die Amerikaner bereits in Traun. Bürgermeister Zabern hatte es mit großer Mühe durchgesetzt, dass der Volkssturm zur Abwehr nicht mehr eingesetzt wurde, um für Ansfelden Ärgeres zu verhindern. So blieb Ansfelden eine Zerstörung erspart.

Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte. Erstmals fuhren amerikanische Panzer in Ansfelden ein. Die Familien Zabern, Fürhapper, Gstöttner, Plaß, Paulmayr und Lehner mussten ihre Häuser verlassen. Die Häuser wurden von den amerikanischen Soldaten bezogen. Die amerikanische Militärverwaltung verkündete das Standrecht.

Mit dem Ende des Krieges zogen täglich viele heimkehrende Soldaten durch die Ortschaften und hielten um Brot oder sonstiges Essen an. Teilweise wurden sie auf ihren Heimwegen von Ausländern überfallen und ihrer wenigen Habseligkeiten beraubt. Die aus Wien und Niederösterreich stammenden  Heimkehrer dingten sich vielfach als Arbeiter oder Handwerker bei Bauern, da sie das von den Russen besetzte Gebiet (Mühlviertel und Niederösterreich) nicht betreten durften.

Am 29. Juni 1945 wurde das Lager Haid von Ausländern geräumt und in ein SS-Gefangenenlager umgewandelt.

Das SS-Lager Haid wurde am 25. April 1946 geräumt und in ein Entlassungslager anderer Kriegsgefangener umgewandelt. Ab 26. Mai 1946  wurde Haid zum Flüchtlingslager für Volksdeutsche. 3.000 Personen wurden aus verschiedenen Lagern hierher gebracht.

Lange Zeit noch war für die Überschreitung der Zonengrenzen der Viersprachenausweis erforderlich.

Die Verluste an Menschen waren gewaltig. Viele Soldaten befanden sich nach Jahren noch in Kriegsgefangenschaft.

Ein eigenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte stellen die Raubüberfälle und Plünderungen in Ansfelden dar. Die Bevölkerung lebte in großer Angst. Eine Menge Waffen lagen überall umher, wie sie deutsche Soldaten weggeworfen hatten. Ganze Banden bemächtigten sich ihrer und zogen plündernd umher.

Das 1925 errichtete Kriegerdenkmal wurde 1954  erweitert und mit den Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges versehen.