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  Die Chorleitung unter Hermann Holzner  
  von 1950 bis 1987  
  von Konsulent OSR Hermann Holzner  
     
 

 
 

 

 
 

Nach der Versetzung des Chorleiters Cornelius Mayr von der Volksschule Ansfelden in die Volksschule Niederneukirchen zu Beginn des Schuljahres 1950/51 übernahm ich die Leitung des Kirchenchores Ansfelden. Damals studierte ich noch an der Lehrerbildungsanstalt Linz. Ich lernte an diesem Institut Klavier und hatte auch einige Stunden Orgelunterricht bei den Professoren Rudolf Wimmer und Ludwig Daxsperger. Unter Leitung des letzteren sang ich im Brucknerchor als Tenor bei zwei denkwürdigen Aufführungen im Vereinshaus Linz mit: dem Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn und dem "Requiem" von Giuseppe Verdi. Dabei lernte ich eine gute Chorführung kennen. Zu den Proben nach Linz musste ich am Abend mit dem Fahrrad anreisen und kam spätabends nach Hause, obwohl am nächsten Tag wieder Unterricht war und die Abfahrt mit dem Bus von Ansfelden bereits um 5.45 Uhr stattfand.

Nach meiner Matura im Jahr 1951 trat ich im Herbst meinen ersten Dienstposten als Lehrer an der Volksschule St. Marien an. Zwei Monate vorher hatte der Kirchenchor Ansfelden unter meiner Leitung das Singspiel "Waldvögelein" von Georg Mielke, nach der Premiere im Gasthaus Dietinger in Ansfelden und einer Reprise in Haid, auch in St. Marien mit großem Erfolg aufgeführt. Ein kleines Orchester mit dem Geigenlehrer Johann Bleilinger vom Brucknerkonservatorium an der Spitze und meiner Mutter Helene Holzner am Klavier begleitete die Sänger.

Helene Holzner

Als Lehrer in St. Marien sang ich auch beim dortigen Kirchenchor unter der Leitung von Alfred Stenger mit, ein Jahr später in Kematen a. d. Krems unter Oberlehrer Fritz Schober, als ich dort Lehrer an der Volksschule war. Mit dem Fahrrad musste ich auch während dieser zwei Jahre zu den Proben mit meinem Ansfeldner Kirchenchor fahren. Zu bedenken ist, daß die Proben immer in der Ansfeldner Pfarrkirche stattfanden, im Winter bei eisigen Temperaturen, denn von einer Kirchenheizung konnten wir nicht einmal träumen.

Im Sommer 1952 besuchte ich in Maurach am Achensee einen vom Bundesministerium für Unterricht ausgeschriebenen Chorleiterkurs, dem hervorragende Chorerzieher vorstanden: Dr. Hans Gillesberger und Norbert Balatsch, der noch heute Chöre für die Bayreuther Festspiele einstudiert.

Der Kirchenchor Ansfelden war unter meiner Führung fast ausschließlich auf Kirchenmusik ausgerichtet. So wurden bei Beerdigungen auf dem Friedhof noch Grablieder wie z.B. "Wie sie so sanft ruhn'" mit einem kleinen Chor gesungen. Bei Maiandachten, die jeden Tag im Mai in der Kirche stattfanden, sang man mehrstimmige Marienlieder in deutscher Sprache. Im Advent wurden täglich um 6 Uhr früh Roraten in lateinischer Sprache gesungen. Dabei kamen Messen von F. Schöpf, R. Kempter u. a. zur Aufführung. Zu Fronleichnam und Erntedank und anderen Festen war der Chor ebenfalls gefordert. Bei Abendandachten wurden manchmal auch lateinische Litaneien gesungen. Zu hohen Festtagen wie Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen, Weihnachten (Mette und Feiertag), Neujahr, Dreikönig gab es Hochämter in lateinischer Sprache.

Unter meiner Leitung wurden u. a. folgende Messen aufgeführt:

- Max Filke, "Messe in G-Dur"

- Joseph Haydn, "Kleine Orgelsolomesse"

- Josef Peinbauer, "Messe in F-Dur"

- Ernst Tittel, "Kleine Festmesse in C-Dur"

- Die kleine Festmesse von Anton Bruckner, "Windhaager Messe" und "Kronstorfer  Messe"

- Josef Kronsteiner, "Krippenmesse"

- Jos. Greg. Zangl, "Messe in G-Dur" ("Ludwigsmesse")

- Robert Führer, "Messe in C-Dur"

- Vinzenz Gollner, "Messe in Es-Dur" ("Loretto-Messe")

- P. Griesbacher, "Messe in Es-Dur"

Dazu mussten für die Feiertage passende "Graduale" und "Offertorien" gesungen werden. Auch deutsch gesungene Messen im vierstimmigen Satz standen auf dem Chorprogramm: "Wohin soll ich mich wenden" von Franz Schubert, "Herr wir kommen schuldbeladen" von Gruber, die "Mariä-Empfängnis-Messe" von Hermann Kronsteiner und die "Maria-Fallsbacher-Messe" von Rudolf Wimmer, meinem Klavierlehrer. Dabei ist zu beachten, dass ich viele Stimmen handschriftlich herstellen mußte, da keine gedruckten vorhanden waren und auch nicht zu bekommen waren, Die "Maria-Fallbacher-Messe" durfte ich nach Anfrage beim Komponisten für meinen Chor Stimme für Stimme abschreiben.

Gelegentlich wirkte der Chor auch bei weltlichen Feiern, wie z. B. bei der Gemeindewappenverleihung, mit. Dabei wurden Chöre wie "Locus iste" von Anton Bruckner oder "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven sowie "Das ist der Tag des Herrn" ("Schäfers Sonntagslied") von Conradin Kreutzer gesungen.

Einweihung Kriegerdenkmal

Einige Male veranstaltete der Chor auch Adventsingen in der Kirche mit einem reichhaltigen und anspruchsvollen Programm. Unterstützt wurde der Chor immer wieder von Herrn Johann Bleilinger aus Ebelsberg mit seinem Streichorchester, das manchmal durch Bläser (Horn, Flöte, Klarinette u. a.) von der Blasmusikkapelle Ansfelden ergänzt wurde. Besonders ist zu vermerken, dass diese Instrumentalisten wie der ganze Chor für Gottes Lohn gewirkt haben. Diese Zusammenarbeit war denkbar unkompliziert und hervorragend.

Ebenfalls gesondert hervorzuheben sind unsere Festtagsorganisten, meine Mutter Helene Holzner und OSR Matthias Lindenbauer. Beide haben der Pfarre auch keine finanziellen Belastungen verursacht und den Chor zuverlässig und erstklassig unterstützt, sowie die viele Probenarbeit in der ungeheizten Kirche miterlitten. Einmal jährlich im November lud uns der jeweilige Pfarrherr von Ansfelden zu einer gemütlichen Cäcilienjause in den Pfarrhof ein, die das Zusammengehörigkeitsgefühl aller festigte.

Ausflüge des Chors, auch mit Aufführungen von lateinischen Messen, z. B. im Brucknerort Windhaag, vervollständigten die Tätigkeit des Kirchenchors Ansfelden in meiner Zeit als Chorleiter in den Jahren 1950 bis 1987.

40 Jahre Kirchenchor Ansfelden

35 Jahre Kirchenmusik