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Ansfelden

 
     
 

 
     
  1824 - 1835:  
     
Am 4. September 1824 um 4 Uhr 15 früh kam Anton Bruckner im Schulhaus zur Welt und wurde noch am selben Tage um 5 Uhr nachmittags auf den Namen Joseph Anton, nach Joseph dem Großvater und Anton dem Vater, getauft. Als Taufpatin unterschrieb Rosalia Mayrhofer, Wirtschafterin im Pfarrhof zu Wolfern, die Tante der Mutter. Wetterhart und entbehrungsvoll wuchs das Kind in den engen Verhältnissen eines damaligen Landschulmeisters auf, gehegt von zärtlicher Sorgfalt des Vaters, geleitet durch besondere Strenge der leicht zornentflammten, aber im Wohltun unermüdlichen Mutter.
Bruckner selbst erinnerte sich im hohen Alter, dass trotz des liebevollen Herzens der Mutter, dieselbe oft „so hitzig“ war, dass der Vater dann zu ihm sagte: Komm Tonerl, gengan ma-d´Muatter is harb“ (überreizt) und ihn aus der Stube führte.

Das darf auch nicht wundern, da die Mutter nach Anton in den Jahren 1825 und 1826 zwei Buben geboren hatte, die aber gleich nach der Geburt starben. Auch die am 23. März 1828 geborene Tochter Theresia starb an Keuchhusten nach einem Jahr. “Die Mutter“, schrieb der Biograph Max Auer, „betete in ihrem Kummer innig zu Gott, dass ihr doch der eine Bub erhalten bleibe. Alle Liebe, alle Herzenswärme konzentrierten die Eltern auf den kleinen Tonerl, der dann in robuster Gesundheit gedieh und sich bald zu einem rechten ´Hallodri´ auswuchs.

Aber nicht nur von den Eltern, auch von dem alten Großvater und der blinden „Jungfer Tant“ namens Anna Maria (1785 - 1855), den Hausgenossen der Familie, wurde der Knabe nach allen Richtungen hin verhätschelt.

Frühzeitig nahm die fromme Mutter, die bei den sonntäglichen Messen auf dem Chore mitwirkte, den Kleinen mit, den sie neben dem Vater auf der Orgelbank sitzen ließ und der Ohr und Herz den Klängen der Musik öffnete und des Vaters Behendigkeit auf dem Instrument nicht genug bewundern konnte.

Zu Bruckners nachhaltigsten Eindrücken aus den allerersten Kinderjahren zählt die sonnige Erscheinung des greisen Pfarrers Josef Grabmer (1751 - 1829). Er war von 1814 an in Ansfelden. Als Bruckner zur Welt kam, wurde er nicht von dem bereits 72 jährigen Pfarrer Grabmer, sondern vom damaligen Kooperator Josef Guttenthaler getauft. Grabmer aber hatte den aufgeweckten, fröhlichen und aufrichtigen Anton schon als kleinen Knirps sehr lieb. Grabmer zeichnete den Kleinen damit aus, dass er es über sich ergehen ließ, dass der vierjährige Tonerl auf seiner kleinen rot gestrichenen Kindergeige vorspielte, wofür Tonerl überdies mit Obst belohnt wurde. Durch des Pfarrers ungemein gütiges Wesen aufs stärkste angezogen, weilte Tonerl am liebsten beim Pfarrer Grabmer und dieser hing an dem Knaben derart, dass er, als er Mitte September 1829 sein Ende kommen fühlte und schon mit den Sterbesakramenten versehen war, den kleinen Liebling noch ans Bett rief und ihm mit inbrünstigen Worten und schon verklärtem Gesicht den heiligen Segen spendete. Den eben fünf Jahre alt Gewordenen ergriff dieses Zeichen innigster Liebe derart, dass das Erlebnis immerdar zu seinen eindrucksvollsten und erhebendsten Erinnerungen zählte.

So war Bruckner schon von zartester Kindheit an der geistliche Stand, der ihn auch später ohne Unterlaß treu schützte und eifrig förderte, mit dem aus tiefer Überzeugung entsprungenen Gegengefühle wärmster Dankbarkeit, innigster Verehrung und aufrichtigster Ehrfurcht verbunden.“

Unvergesslich waren für Bruckner die Wanderungen nach St. Florian schon als Kind mit seinen Eltern, wo er die Größe der herrlichen Stiftsanlage, die prächtige Kirche und den Klang der mächtigen Orgel bewundern konnte.

Am 17. Februar 1829 wurde Rosalia geboren. Sie wurde nach der Tante in Wolfern benannt, die für neun Bruckner-Kinder Patin wurde.

Da der Vater auch den Mesnerdienst während der Schule zu machen hatte und manchmal Versehgänge waren, geschah es öfters, dass ihn Tonerl in der Klasse zu vertreten hatte

Eine zweite Tochter wurde den Eltern am 13. März 1830 geboren. Sie wurde auf den Namen Josepha getauft.

Mit 82 Jahren starb am 22. April 1831 der Großvater.

Die Jahre 1831 und 1832 wurden für die Mutter und die Familie recht schwer. Sie verloren die Söhne Alois und Ferdinand kurz nach deren Geburt. Erst der am 28.Juli 1833 geborene Ignaz sollte überleben. Er bekam als Säugling die Fraisen, eine Kinderkrankheit, die damals oft zum Tod führte oder körperliche Schäden zurückließ. Bei Ignaz waren wahrscheinlich die Fraisen die Ursache für die Augenschwäche, die viele Pläne für das weitere Leben zunichte machte.

Vater Bruckner war ein guter Sänger und spielte neben der Kirchenorgel und dem häuslichen Spinett auch Geige und kleinere Blasinstrumente. Er erkannte bald die starke Neigung zur Musik seines Erstgeborenen und förderte sie, soweit es in seiner Macht stand. Er lehrte ihn das Orgelspiel so gut es eben ging und mit 10 Jahren half der kleine Künstler schon bei einfachen Messen aus.

Bruckners Vater war ein gutmütiger und pflichtbewußter Mann. Er neigte zu Lebenslust und Heiterkeit.

Seine Frau Theresia hatte den stärkeren Willen, mehr Festigkeit und die Neigung, lieber Entbehrungen auf sich zu nehmen, als um Hilfe bitten zu müssen.

Am 13. Oktober 1834 starb nach zehn Tagen eine Tochter, der man abermals den Taufnamen Therese gab. Die Familie verlor damit sechs Kinder.

In Bruckners jungem Leben hinterließ die Hl. Firmung am 1. Juni 1833 einen tiefen Eindruck. Der Pate war sein Vetter Johann Baptist Weiß, der Schulmeister von Hörsching. Bischof Gregorius Thomas Ziegler firmte im Alten Dom zu Linz, in der Bruckner einmal Hauptorganist werden sollte und an deren Orgel er zum wahren Meister wurde.